Einer Studie zufolge ist die finanzielle Lage armer Familien noch schlechter als gedacht. Jetzt berechnen Forscher die zusätzlichen Kosten durch Kinder neu.
Arme Familien und Alleinerziehende stehen einer neuen Studie zufolge oft noch schlechter als bislang angenommen da. Forscher hätten durch eine neue Berechnungsmethode festgestellt, „dass vor allem arme Familien bisher reicher gerechnet wurden, als sie tatsächlich sind“, erklärte die Bertelsmann-Stiftung am Mittwoch. Vor allem die Einkommenssituation von Alleinerziehenden sei schlechter als gedacht.
Wissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum berechneten den Angaben zufolge neu, welche zusätzlichen Kosten durch Kinder je nach Familientyp und Einkommenssituation entstehen. Dabei zeigte sich demnach: “Je geringer das Familieneinkommen ist, desto schwieriger wiegt die finanzielle Belastung durch jedes weitere Haushaltsmitglied.”
Reiche Haushalte reicher als gedacht
Die zusätzlichen Ausgaben für Kinder wurden laut der Stiftung bisher auf Grundlage einer Skala der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) geschätzt. Die neuen Berechnungen zeigten nun, dass die Anwendung der OECD-Skala „die Einkommen armer Haushalte systematisch über- und jene reicher Haushalte unterschätzt“. Denn für ärmere Familien sei die finanzielle Belastung durch Kinder im Verhältnis größer als für wohlhabende Familien.
Nach der neuen Berechnung sind 13 Prozent der Paare mit einem Kind armutsgefährdet. Bei zwei Kindern liegt die Quote bei 16 Prozent, bei drei Kindern bei 18 Prozent. Bei Alleinerziehenden liege die Armutsrisikoquote nach der neuen Methode bei 68 Prozent, während sie nach früheren Berechnungen nur 46 Prozent betragen habe.
Die Untersuchung zeigt der Stiftung zufolge auch, dass von 1992 bis 2015 Paare mit Kindern oder Alleinerziehende im Durchschnitt finanziell stets schlechter gestellt waren als kinderlose Paare. „Mit jedem zusätzlichen Kind wird die finanzielle Lage von Familien schwieriger“, erklärte Stiftungsvorstand Jörg Dräger. Kinder seien in Deutschland „leider ein Armutsrisiko“.
Ein Bericht aus der FR-Online – Arme Familien werden reicher gerechnet



Verwandte Artikel
Hilla Zavelberg-Simon eröffnet Ratssitzung
Die Fraktionssprecherin der Warburger Bündnisgrünen im Stadtrat Hilla Zavelberg-Simon hat jetzt die konstituierende Sitzung des Stadtrates eröffnet. Hier die Eröffnungsrede im Wortlaut: “Ich freue mich sehr und ist schon ein…
Weiterlesen »
Grüne gestalten Mobilitätswoche mit
Mehrfach schon haben die Warburger Bündnisgrünen Anläufe unternommen, die Verkehrssituation im Umfeld des Neustädter Marktplatzes zu verbessern. Jetzt kommt ein Antrag der Bündnisgrünen zum Tragen, der im Mobilitätsausschuss einstimmig befürwortet…
Weiterlesen »
Danke für das Vertrauen
Die Warburger Bündnisgrünen bedanken sich bei allen Wählerinnen und Wählern für das Vertrauen, das sie mit ihrer Stimme bei der Kommunalwahl 2025 ausgesprochen haben. Entgegen dem Landestrend und auch dem…
Weiterlesen »
Kommentar verfassen